Jede Art von Bogenschießen, wenn richtig angewandt, kann therapeutisch sein.
Bogenschießen:
Alle Arten der verschiedenen Techniken greifen ineinander über
Aus psychotherapeutischer Sicht kann das Bogenschießen genutzt werden, um die tiefenpsychologische und verhaltenstherapeutische Elemente zu verbinden
Besonders der Einsatz in der Rehabilitation bietet sich an
Das erwünschte Ziel ist die Stärkung/Unterstützung des Körperbewußtseins, des Selbstvertrauens und der Selbstheilung
Das therapeutische Bogenschießen kann man in zwei Bereich einteilen:
Hier steht die Körpergesundheit im Vordergrund:
Bewusstes Atmen: Bauchatmung, Nasenatmung
Bogenschießen sollte in seiner Bewegung ökonomisch sinnvoll, ästhetisch sorgfältig und funktional korrekt sein
Anwendungsgebiete:
Ergebnispädagogik
Ergotherapie
Psychosomatische Behandlung
Morbus Bechterew
Adiposität: Zu dick, um zu Joggen, um abzunehmen aber Bogenschießen könnte man. Erster Kontakt mit Bewegung
Parkinson: Kraft in die Hände bekommen, weniger Zittern
Haltungsschäden bei Jugendlichen
Multiple Sklerose
Schlaganfallpatienten
Orthopädische Beschwerden: Probleme in der Hals, Brust oder Lendenwirbelsäule
Vorbeugen und Regeneration bei Rückenschmerzen
Schmerzfreie Intervalle bei Rheumapatienten
Blasenschwäche
Schulung von:
= beim Bogenschießen hat man das Geschehen „in der eigenen Hand“
Selbstwirksamskeits-Förderung: Aufgrund der eigenen Kompetenz eine gewünschte Handlung erfolgreich ausführen zu können
Empowerment: Beim Bogenspannen wird mir meine Kraft bewusst. = Entdeckung des Starken = Fähigkeit der Selbstbestimmung. Ablegen der Fremdbestimmung und Abhängigkeit
Erlebnispädagogik: Wer handelt, lernt besser (Roseau). Lernen mit Kopf, Herz und Hand
Erfahrungsorientierte Therapie
Erwerb von Kompetenz
Fällt das Bogenschießen auf fruchtbaren Boden, wird Bogenschießen zur Ressource
Spüren der eigenen Kraft = Gefühl von Stärke, Können und Selbstbewusstsein
Finden einer konstruktiven Mitte = Ich bin nicht hilflos, schwach, sondern habe Kraft, Energie und kann meine Kraft sinnvoll zum Ausdruck bringen
Aggression = Jagd, dem Leben zugewandt
Ruhe = Ruhe, die aus innerlicher Sicherheit entsteht. Wirkliche Ruhe hat auch etwas von Lockerheit, die sich insbesondere durch das Atmen mit zielorienterter Sicherheit verbinden lässt
Körperliche Gesundheit = Aufrechte Körperhaltung, Stärkung der Skelettmuskulatur, verbesserte Körperwahrnehmung
Metapher = Von gleicher Gestalt, Brücke zum Alltag. Übertragung
Homo metaphoricus, der Mensch ist das Metapher schaffende Wesen
Das Sprechen in Bildern ist hilfreich, um das Auszudrücken, was sich sonst nicht in Worte fassen lässt
Botschaften werden nicht nur gehört, sondern auch mit Kopf, Herz und Hand erfahren
Zum Beispiel: Im Leben den Bogen nicht überspannen (Übertreiben, Maßlosigkeit)
Mentale Vorbereitung = Wo liegt gerade meine Aufmerksamkeit
Fußpositionierung = Habe ich einen festen Stand? Im Gleichgewicht sein. Den Halt im Leben nicht verlieren. Festen Boden unter den Füßen haben. Die Mitte finden. Stehe ich auf meinem Boden? Ist das mein Platz? Tanze ich auf zu vielen Hochzeiten?
Zughand/Bogengriff ausrichten = Jemand auf die Finger schauen. Etwas (zu fest) im Griff haben. (Den Vogel zerdrücken oder entkommen lassen, ihn liebevoll halten)
ZDR Phase = Wie viel Spannung halte ich aus? Den Bogen zu etwas/jemanden spannen. Was ver-spannt sich? Bin ich zerrissen? Etwas Überspannen
Ankern = Wo möchte ich einhacken? Wo mache ich mich fest, wie? Was hält mich?
Zielen = Etwas auf den Punkt bringen wollen. Das Ziel klar vor Augen haben
Lösen = Wann ist der richtige Zeitpunkt loszulassen? Loslassen, etwas gehen lassen
Analysieren = Genau ins Schwarze treffen. Das Ziel erreichen. Worauf habe ich gezielt? Übers Ziel hinausschießen. Treffer landen
Haltung = Eine gute Haltung bewahren/haben. Eine gute Figur machen.
Anwendungsgebiete:
Warum hat das Bogenschießen heutzutage eine Gegenwart, einen Hype?
Es ist die Sehnsucht nach dem Wiedererlangen von Bewusstheit und Stille
Meditation ist der „Moment“ zwischen dem augenblicklichen Gedanken und dem folgenden Gedanken, die Übung besteht darin, den „Moment“ zu verlängern
Bogenschießen hilft, Achtsamkeit zu entdecken
Bogenschießen hilft, Achtsamkeit zu üben:
Achtsamkeit auf den Körper = Bewegungen
Achtsamkeit auf die Gedanken = Stimmungen, Haltung, Verhaltensweisen hervorgerufen durch Gedanken
Achtsamkeit auf Gefühle = Qualitäten, die wahrgenommenen Gefühle (angenehm, unangenehm)
Achtsamkeit auf Sinneseindrücke = Fühlen, Schmecken, Sehen, Riechen
Bogenschießen verbindet die Qualitäten des Qigong (Balance) und Yoga (Haltung und Entspannung)
Bogenschießen ist anmutige Kunst
Die Anmut des Bogenschießens entsteht aus der Seele
Konzentrierte Ruhe
Selbst-Bewusst-Sein
Nicht mehr zielen, um treffen zu müssen, nicht mehr erfolgreich sein müssen = der Alltag ist ausgeblendet
Wahrnehmung des Momentes ohne zu bewerten = Akzeptanz
Gedanken zur Ruhe bringen = innere Stille
„Abschalten“ des reflexiven Denkens
Wenn das Denken schwindet, tritt aus dieser Leere die Fülle des “Bewusstseins“
Absichtsloses Gespanntsein
„Gedankenloses“ Bogenschießen
„Gleichgültiges“ Treffen
Jede Bewegung wird langsam, fließend, mit Achtsamkeit und Hingabe ausgeführt, begleitend durch den gleichbleibenden Rhythmus eines leicht fließenden Atems
Das geistige Paradox des Bogenschießens:
Einerseits ist es notwendig, die Bewegung des Schussablaufes sehr bewusst und korrekt auszuführen
Anderseits besteht das Ziel darin, diese Bewegung so weit zu verinnerlichen; mit diesem Bewegungsablauf vertraut zu werden, dass er ganz und gar unbewusst abläuft und geradezu blind erfolgt, ohne die Absicht zu verfolgen, das Ziel zu treffen
Das Auslassen der Sehne geschieht, absichtslos (unbewusst) im Augenblick der höchsten Spannung aber auch der höchsten Ruhe, die konsequent in der Entspannung der Finger mündet
Wenn die Spannung erfüllt ist, muss der Schuss fallen
Aus der Mitte in die Mitte: Bogenschießen ist eine Hinwendung zu mir selbst
Freude und Ehrfurcht an der Kraft des Bogens
Eines der Ziele: Das Verschmelzen von Körper und Geist, die ungewollte intuitive Perlenkette der Handlungen, der Flow, oder die „bewusste“ Trance bis zum ekstatisch „kontrollierten“ Schuss
Was bleibt übrig von ES schießt! Fällt das ES weg, bleibt nur: schießt, zieht, ankert, atmet usw.
Da bleibt nichts als das reine Sein des Augenblicks, da ist kein Bogen, kein Pfeil, kein Schütze und kein Ziel